Rettungshundearbeit Finn

Ich bin seid Juni 2003 Mitglied der Malteser Rettungshundestaffel Braunschweig. Nachdem ich ein Jahr als Helfer ohne Hund in der Staffel aktiv war, zog im Juli 2004 Finn bei mir ein. Er wurde ab der achten Woche in der Rettungshundearbeit ausgebildet.

Mitte 2006 habe ich aus privaten Gründen eine längere Pause eingelegt. Seid Anfang 2008 bin ich mit Finn wieder aktiv in der Staffel, und er hat, nur 5 Monate später, im Juni 2008 die Rettungshundeprüfung Fläche nach GemPPO bestanden. Im Mai 2010 sowie im April 2012 sind wir erneut zur Flächenprüfung nach GemPPO angetreten, und haben auch dieses Male bestanden.

Finn zeichnet sich in der Rettungshundearbeit vor allem durch seine Lauffreudigkeit aus. Das Suchen an sich ist für ihn so selbstbelohnend, dass er auch problemlos grosse Abschnitte absucht, ohne zum Erfolg zu kommen. Dabei vergisst er auch gerne mal, dass wir eigentlich als Team durch den Wald gehen. Früher lies er mich regelmäßig stehen, und zog so große Schläge, dass er teils minutenlang ausser Sicht- und Hörweite war. Mit zunehmendem Alter, und der Erfahrung, dass man zusammen mit mir schneller zum Erfolg kommen kann, ist dies jedoch immer besser geworden. Mittlerweile ist er (fast immer) ansprechbar und lenkbar. Nur ab und zu dreht er noch gerne eine riesige Runde durch den Wald, und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Allerdings nimmt er nach der Runde mittlerweile immer wieder von selber Kontakt zu mir auf, so dass ich ihm diese Einlagen lasse. Diese sogenannten Ehrenrunden gehören einfach zu ihm und seiner Art zu suchen.

Sehr angenehm ist auch, dass er während der Flächensuche absolut kein Gelände scheut. Auch ohne das er Witterung hat, durchkämmt er selbstständig das dickste Gestrüpp und hohe Dornen, und lässt sich auch bereitwillig während Einsätzen immer wieder in solche Abschnitte hineinschicken. Auch kein Abhang ist ihm zu steil, was mich in dem ein oder anderen Gebiet schon zu mehreren Fast- Herzinfarkten geführt hat. Allerdings hat er sich dabei noch nie verschätzt und sich trotz seiner regelmäßigen Kamikazeeinlagen, noch nie während der Rettungshundearbeit verletzt.

Finn arbeitet in der Rettungshundearbeit als Verbeller. Sprich, wenn er eine Person gefunden hat, bellt er diese solange an, bis ich bei ihm angekommen bin. Als Belohnung für ihn, springt meistens ein Spiel heraus. Er frisst zwar auch sehr gerne, und wird auch gerne mit Futter bestätigt, aber zumindest auf dem Weg zurück zum Auto, muss immer nochmal ein Spielzeug fliegen- wenn ich dies, ausnahmsweise, mal vergessen habe, schnappt er sich notfalls einen Stock oder etwas anderes, und zeigt diesen dann allen herum. Genau so charakteristisch wie seine Art zu bellen (bei der er mehr einem Känguruh als einem Hund ähnelt, da er die ganze Zeit mit den Vorderbeinen hüpft), ist auch sein Verhalten wenn er nach der Arbeit ein Spielzeug mit sich rumträgt. Mit wildem Gejohle wird dies allen anwesenden Leuten gezeigt… ob sie wollen oder nicht. Wer ihn dabei ignoriert, hat recht schnell einen Flat auf Augenhöhe vor sich. „Nur gucken, nicht anfassen“, hat sich mit der Zeit als Spruch eingebürgert. Er spielt zwar auch ganz gerne eine Runde mit dem Spielzeug, aber am liebsten will er das Spielzeug (am besten etwas das quietscht), mit sich herum tragen, und von allen lautstark dafür bewundert werden. Im Gegensatz zu dem was man sonst häufig erlebt, nämlich dass Hunde während der Belohung nicht angefasst werden wollen, darf (und soll wenn es nach ihm geht) dabei auch kräftig betüddelt und geknuddelt werden.

Manchmal schon etwas zu motiviert und selbstständig, und eigentlich immer als Kamikaze- Clown unterwegs. So könnte man Finns Arbeitsweise wohl am besten beschreiben.

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